Mein Einstieg in die Videoproduktion mit einem Imagevideo

Da sich bei mir beruflich einiges getan hat in den letzten Wochen, bin ich bisher nicht mehr dazu gekommen Beiträge zu veröffentlichen. Schon lange beschäftigt mich das Thema Stockvideos. Bis vor kurzem habe ich mit meiner Canon EOS 5D Mark II nur ein paar Testaufnahmen im Videomodus gemacht.

Ein Zufall half mir dabei, mich intensiver mit dem Thema Video und Videobearbeitung zu beschäftigen.  Ein Bekannter benötigte ein neues Imagevideo und kam mit seinem Anliegen auf mich zu.

Obwohl ich wußte, daß dies mit viel Arbeit verbunden ist, habe ich mich sehr gefreut nun endlich ein konkretes Video zu erstellen. So mußte ich mich nun endlich etwas intensiver mit der Materie auseinandersetzen.

Ein Buch als Unterstützung

Da ich bisher ja keine Erfahrung mit dem Filmen hatte, machte ich mich auf die Suche nach einem Buch. Robert Kneschke, ein sehr bekannter deutscher Stockfotograf, hat mich auf das Buch HD-Filmen mit der Spiegelreflex aufmerksam gemacht und so habe ich es mir gleich besorgt.

Es gab mir einen schnellen Grobüberblick, was wichtig ist für das Filmen mit Spiegelreflexkameras.

Die Auswahl einer vernünftigen Videobearbeitungs Software

Als nächstes stöberte ich in verschiedenen Computerzeitschriften, um Tests von Videoprogrammen zu finden. Zwei Programme wählte ich hier aus und testete diese vor dem Kauf mit entsprechenden Demoversionen. So testete ich einmal das Sonyprodukt Movie Studio 11 HD Platinum sowie das Produkt von Adobe Premiere Elements 10.

Dabei entschied ich mich bewußt für die jeweiligen Einsteigerversionen, da ich nicht gleich 588 Euro (Sony) bzw. 900 Euro (Adobe) für die jeweiligen Profiversionen von  Adobe Premiere Pro CS 5.5 bzw. Sony Vegas Pro 10 ausgeben wollte.

Was mir gleich auffiel war der unterschiedliche Platzbedarf der Programme. Adobe Premiere Elements 10 belegte über 4 GB und Sony Movie Studio 11 HD Platinum um die 400 MB. Als Testrechner kam mein alter Zweitcomputer zum Einsatz. Das ist ein 3Ghz PC mit 4 GB Hauptspeicher.

Das Adobe Programm war sehr sehr träge und mit diesem PC nicht einsetzbar. Alles dauerte sehr lange und selbst MiniDV Videos, konnte ich in der Vorschau nicht ruckelfrei abspielen.

Ganz anders sah die Sache bei dem Sony Produkt aus. Hier war alles wesentlich flüssiger und schneller. Ich konnte damit wirklich gut arbeiten, obwohl der Rechner schon 5 Jahre alt ist.  Der Einstieg in das Sony Programm ist zwar etwas schwerer, da es von der Oberfläche identisch zur Profiversion ist und daher mehr Einarbeitungszeit benötigt.

So kaufte ich mir das Sony Movie Studio 11 HD Platinum und bin damit sehr zufrieden.

Meine Aufgabe

In dem Imagevideo sollte eine Naturheilpraxis kurz vorgestellt werden. Es gab bereits ein Video, das eine Anregung für das neue Video darstellte, aber die Bild- u. Tonqualität war nicht überzeugend. Hier wollte ich auf alle Fälle ein besseres Ergebnis erreichen.

Da ich selbst neben meiner  Canon EOS 5D Mark II auch eine ältere MiniDV Videokamera habe, war ich mir sicher, die Bildqualität deutlich steigern zu können.

Mein erstes Drehbuch

Um zu wissen, was eigentlich gefilmt werden soll, habe ich ein Drehbuch erstellt und die jeweiligen Szenen kurz beschrieben. Zusätzlich habe ich noch vermerkt, welcher Text gesprochen werden könnte. Das Ganze habe ich mit dem Heilpraktiker abgestimmt, denn der ist ja der Fachmann zum Thema.

Nach 2 Treffen war das Drehbuch fertig und wir vereinbarten einen Drehtermin. Bei diesem Termin waren 3 Darsteller notwendig. Einmal der Inhaber, dann eine der Sprechstundenhilfen und ein potentieller Patient. Ich rechnete mit ca. 2 Stunden Drehzeit, doch wurden daraus schnell 4 und ich wir mußten noch einen Termin vereinbaren, da wir nicht alle Szenen drehen konnten.

Zusätzlich zu den 2 Drehterminen, machte ich noch ein paar Produktfotos für den Heilpraktiker, da er seine eigene Produktlinie hat und diese auch im Video zeigen wollte.

Der Zeitbedarf des Drehs war damit wesentlich länger als gedacht und zeigte mir eindrucksvoll den Unterschied zwischen einem Fotoshootung und einem Video Dreh.

Mein Equipment Vorort

Gefilmt wurde ausschließlich mit Stativ, andernfalls sind alle Aufnahmen verwackelt und das sieht wirklich nicht professionell aus. Mit dabei hatte ich auch eine Dauerlichtquelle von Elinchrom, die ich allerdings so wenig wie möglich benutzte, da sie eine Lichttemperatur von 3.000 Kelvin hat und nicht der des normalen Tageslichts entspricht.

Ich habe dabei, soweit es ging, meine lichtstärkeren Objektive benutzt, da ich mit dem vorhandenen Tageslicht auskommen wollte. Mit dabei waren das Canon EF 50mm/ 1,4/ USM, Canon EF 17-40mm/1:4,0 L USM und mein Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM.

Daneben hatte ich, wie bereits erwähnt ein Videostativ und ein externes Sennheiser MKE 400 Richtrohrmikrofon, um bessere Tonqualität zu erreichen als mit dem built-in Mikrofon.

Das 50 mm benutze ich für Detailaufnahmen, das 17-40 für Schwenks in den Innenräumen und das 70-200 für Zoom in bzw. Zoom out. Bei einigen Aufnahmen vergaß ich den Bildstabilisator beim 70-200er auszuschalten und hatte dadurch deutlich hörbare Geräusche auf der Aufnahme.

Die Bild- u. Tonqualität

Die Bildqualität der produzierten Videos war grundsätzlich sehr überzeugend. Was mir weniger gefallen hat ist der sog. Jelly Effekt. Bedingt durch das zeilenweise auslesen des CMOS Chips, verbiegen sich Objekte, die sich bewegen. Das hat man auch bei horizontalen Schwenks.  Ich versuchte das zu reduzieren, in dem ich die Schwenks sehr langsam machte und im Video dann schneller abspielte.

Das geht nur dann, wenn man keine sich bewegenden Objekte oder Menschen filmt. Andernfalls sehen die Bewegungen unnatürlich schnell aus.

Von der Tonqualität war ich enttäuscht, da hier deutliches Rauschen vorhanden war, trotz des Einsatzes eines externen Richtmikrofons.

D.h. den Originalton konnte ich nicht verwenden. Das war bei den meisten Aufnahmen nicht schlimm, da hier sowieso Text eingesprochen werdne sollte,  allerdings für die letzte Einstellung mußte wirklich lippensynchron nachvertont werden, was mehrere Anläufe benötigte und fast perfekt klappte.

Wenn ich wieder einen Dreh machen werde und Originalton benötige, dann werde ich mir eine sog. Mikrofonangel besorgen, damit ich so nah wie möglich an der Tonquelle bin und damit hörbares Rauschen vermeiden kann.

Die Bearbeitung der Rohvideos

Da die Software für mich neu war, mußte ich mich erst ein wenig einarbeiten und so dauerte das natürlich sehr lange, aber es ging mit jeder Stunde besser. Ich bin bestimmt noch weit von einem Profi entfernt, aber ich habe viel bei der Erstellung meines ersten Videos gelernt.

Zuerst habe ich die Videoschnipsel ausgewählt und in die Software eingefügt. Das schwierigste war der Schnitt. D.h. die Szenen so zusammenzustellen, daß es nicht langweilig und gleichzeitig natürlich wirkt. Als das endlich passte, machte ich mich auf die Suche nach passender Hintergrundmusik.

Das bisherige Video des Heilpraktikers hatte ein klassisches Stück als Hintergrundmusik. Das war mir zu konservativ und auch die Tonqualität war nicht überragend. Ich erinnerte mich, daß Istockphoto (eine meiner Bildagenturen) auch Musik anbot und so suchte ich gleich dort nach einem passenden Stück.

Ich hatte Glück und fand schnell 4 gute Stücke, wobei ich dann final eines davon auswählte, kaufte und in das Video einfügte.

Das Nachvertonen

Ganz zum Schluß machte ich mich mit meinem Bekannten an die Nachvertonung. Solange der gesprochene Text nicht lippensynchron sein mußte, war es eigentlich relativ einfach.

Ich benutzte dafür ein einfaches Headset mit Mikrofon. In der Schlußszene mußte der Ton aber synchron sein und da benötigten wir einige Anläufe, bis es klappte. Das Finalergebnis ist nicht ganz perfekt, aber es war akzeptabel.

Mein Fazit

Als Fazit kann ich sagen, daß es, obowhl es viel Arbeit war doch auch Spaß gemacht hat. Trotzdem würde ich bei einem nächsten Projekt folgende Dinge anders machen:

  1. Mehr Zeit für den Dreh einplanen.
  2. Mit 2 Kameras drehen, damit sind einfache Sprünge zwischen den Szenen möglich, die das Video noch interessanter machen.
  3. Wenn Originalton notwendig ist, eine Mikrofonangel verwenden.

Das Resultat

Hier könnte Ihr nun mein Werk begutachten. Ich werde bestimmt keinen Preis dafür gewinnen, aber ich bin damit zufrieden, da es mein erstes Video ist. In jedem Fall ist es eine deutliche Verbesserung gegenüber dem alten Video.

Was haltet Ihr davon?

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